Samstag, 5. Juli 2014

Copycat oder wie macht man aus einmal KD12 dreimal silk-and-joy

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...in den letzten Wochen und Monaten habe ich viel genäht und immer gedacht "am nächsten Wochenende hast du Zeit für Bilder..." und ich hab mich statt Bilder machen dann doch sehr oft fürs Nähen entschieden.
Meine in letzter Zeit entstandenen, sehr unterschiedlichen Werke zeige ich demnächst- heute gibts meine jüngsten Nähprojekte zu sehen.Vorerst nur an meiner Püppi.

Dies ist ein gekauftes Jerseykleid von KD12, mein 3. von dieser Marke- ich bekomme wirklich jedesmal aus den verschiedensten Ecken Komplimente.



Der figurschmeichelnde Effekt (trotz ein paar Pfunden zuviel) und die weiblichen Rundungen sehr geschickt umspielende Schnittführung gefallen mir sehr gut, sind altersgerecht und gut unter dem Laborkittel zu tragen und haben meinen Ehrgeiz geweckt: ich wollte dieses Kleid schnitttechnisch kopieren, um eine größere Auswahl an Jersey-Kleidern zu haben und gleichzeitig nicht zu tief ins Portemonnaie greifen zu müssen.

Als Schnittgrundlage habe ich diesen Knip-Schnitt (Juni 2007) genommen und es ging einiges an Kopierpapier drauf, bis ich zufrieden war.




Hier die erste Version.
Die Kräuselung an einer Seite ist hier noch nicht so stark. Das habe ich beim nächsten Kleid etwas verstärkt, indem ich das Schnitteil noch etwas aufgespreizt habe- die Einhalteweite ist gleich geblieben.




Hier Nr. 2. Mit etwas mehr Kräuselung.






Und schliesslich Nr.3. Hier habe ich beide Vorderteile gleich lang zugeschnitten und vorne noch eine Kurve ins überlappende Rockteil gebastelt. Es ist auch etwas kürzer geworden.




Bei 2 der 3 Kleider muss der Saum und die Ärmel noch gecovert werden. Dann habe ich erstmal genug Jerseykleider....

Obwohl die Kräuselung in Taillenhöhe im Abstand von 5cm durch 2 Nähte fixiert wurde (wie beim Original), hängt der Stoff doch noch sehr nach unten durch und ich musste vorne nachträglich doch mehr Saum abstecken. Durch das Muster war es aber ohne Probleme möglich. Bei meinem Missoni-Strick im letzten Post musste ich die horizontalen Zacken gerade halten, deshalb den Saum wirklich wie zugeschnitten abstecken und die Falten in Taillenhöhe weiter zunähen. Wieder viel gelernt...

Sonntag, 27. April 2014

simplicity 7583 und andere Baustellen


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...so, thematisch gesehen würden das eigentlich locker 3 seperate Beiträge ergeben, aber da muss ich jetzt durch...


1. Simplicity-Schnitt und Kleid

Zuerst war der Strickstoff aus Lissabon mit Zickzackmuster. Dann die Überlegung, welcher Schnitt?

Der Stoff hat eine gewisse Schwere, was für den Verlauf des Projektes nicht unwichtig sein wird. Anregt durch diesen Beitrag von Couture et Tricot und einem Traumkleid war ich auf der Suche nach einem Kleiderschnitt, bei dem der Stoff asymetrisch eingesetzt wird. Das finde ich zum einen spannend und es lenkt auch von Problemzonen ab. Der verwendete Burda-Schnitt ist für große Frauen und ich bin ja eher kurz. Und zu viel an Asymetrie wirkt gestaucht auf meine Körpergröße auch nicht mehr so schön.

Also habe ich mich für diesen Simplicity-Schnitt entschieden:




Was ich vor und während des Nähens geändert habe
  • Taillenhöhe 2cm nach oben versetzt (bei einem asymetrischen Oberteil etwas tricky, zumal ich dadurch den Faltenwurf beinflusst habe)
  • Die Ärmelvariante mit Falten an der Schulter hat mir nicht gefallen. Ich habe mich für einen schlichten Ärmel aus einem Vogue-Schnitt entschieden  
  • Verzicht auf den Reißverschluss, da ich nach einer vorsichtigen Anprobe gemerkt habe, dass der Stoff elastischer ist, als ich erst dachte
  • nach dem es erst mal so weit fertig war, habe ich bei der Anprobe gemerkt, dass die nur auf der Seite genähten Falten auf Hüfthöhe nicht ausgereicht haben, den schweren Stoff einigermaßen horizontal zu halten. Die Zickzackbordüren hingen nach unten durch. Also habe ich die Falten sehr viel länger als vorgegeben zugesteppt- und da war alles wieder schön gerade.

Es ist so schon ganz schön unruhig in der Taille, aber das lenkt ja auch ein bisschen ab.
Und das vorläufige Resultat hatte ich ja schon gezeigt, mit provisorisch abgesteckten Säumen.


Und Fotos sind wirklich besser als jeder Blick in den Spiegel!
Denn das sah schon sehr tantenmäßig aus und da habe ich

  • den Saum verlängert (ich wusste auch nicht, dass ich mittlerweile Knubbelknie habe)
  • die Ärmel schmaler genäht
  • den ganzen Rockumfang um 8cm verengt (und ich kann es immer noch ohne Reißverschluss anziehen).

Und jetzt finde ich es richtig gut!


2. Mantel aus Boucle 


Mit den Kleiderbildern habe ich auch gleich Bilder des Mantels gemacht. Mit Rock und Pumps. Mit Skinny Jeans und Bootleg Jeans. Und es sah alles komisch aus. Und ich hab die Fotos lange studiert und war mir nicht sicher, was nicht stimmt. Die Länge? Trägt Reverskragen auf? Fehlt irendetwas?

Und da fiel mir ein: am Ende des Mantel-Nähens hatte ich aus Reststücken die weißen Fäden gezogen
und eine Bordüre gehäkelt. Und es dann wieder verworfen, weil es mir nicht gefiel. Und jetzt sind mir die Bordüren wieder in die Hände gefallen- zum Glück hatte ich sie nicht weggeworfen. Und ich probiere jetzt, mit aufgesetzten Taschen den Mantel zu pimpen. Vielleicht ist das ja das i-Tüpfelchen...



 Hier ist die Bordüre nur aufgesteckt, erst muss ich die Taschenform und -größe entwickeln.



Es wirklich verhext. Früher war ich zufieden, wenn das Nähergebnis stimmte und ich es technisch hinbekam. Jetzt will ich mehr- mehr Passform, mehr Kreativität und da ist es wirklich manchmal sehr frustrierend...
Meine Figur mit den unvermeidlichen Veränderungen macht es auch nicht gerade einfacher...
Und weil ich gerade von meiner Figur rede:

3.  5-Pocket-Hose

Da ich diese Jahr keine Hosen/Blusen/Jacken/Mäntel/Kleider/Röcke/Shirts kaufe, wollte ich mir eine schmale Strechhose nähen und aus den vielen Varianten habe ich mich für einen Schnitt aus einer neuen Burda entschieden.

Der strechige Stoff sollte eigentlich nur für das Probemodell sein, er war billig und nicht so schön. Aber wie so oft dachte ich -"vielleicht passt es ja mit den im Voraus im gemachten Passformänderungen"- also habe ich mir Mühe gegeben und doppelt kontrastiert abgesteppt und geheftet und allem Pipapo. Und es passt nicht so, wie ich es mir erträumt hatte. Die Problemzonen sind größer als berücksichtigt.



Naja, Erkenntnisgewinn ist ja auch ein Gewinn.
Also habe ich mit "Perfect Fit" und den Ergebnissen der Anprobe ein neues Schnittmuster des vorderen Hosenbeins gemacht. Und in meinem Nähzimmer sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Ich habe noch 3 strechige Stoffe, die ich zu Hosen vernähen möchte und den schönsten davon für den nächsten Versuch, das traue ich mich noch nicht. Vielleicht den zweitschönsten...
Und zur Erinnerung für mich :
Bundeinlage sieht blöd aus und trägt sich blöd. Hab ich auch noch nie in einer gekauften Hose gesehen...







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Samstag, 19. April 2014

Frohe Ostern aus dem Nähzimmer!

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...allen Besuchern meines Näh-Blogs wünsche ich ein fröhliches Osterfest!


Die letzen Wochen ist zum einen mein Mantel endlich fertig geworden und hier seht ihr mein Kleid-to-be, das noch im Werden begriffen ist. Saum und Ärmel werden nur durch Stecknadeln fixiert...Saum wird wohl auch noch länger ausfallen, wie gesagt, alles noch im Werden. Aber ich bin heute ein großes Stück weitergekommen.

Der Stoff ist aus Lissabon, die Vorlage mein allerallererster Simplicity-Schnitt und demnächst gibts einen ausführlichen Bericht und Tragebilder ohne Stecknadeln, versprochen!



Dienstag, 1. April 2014

Lissabon war Spitze

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Ein Kurzurlaub in der Hauptstadt Portugals- Lissabon.
Zwei noch nicht so lange zurückliegende Sommerurlaube an der Algarve- atemberaubende Natur und wilder Atlantik- eine sich sofort einstellende große Zuneigung zu einem Land,

da war der Wunsch, auch die Hauptstadt kennenzulernen, bei uns beiden sehr groß.

Wir sind den ganzen Tag bergauf und bergab durch die Stadt gelaufen, haben immer mal wieder ein Päuschen mit leckerem Wein gemacht und uns den Wind um die Nase wehen lassen. Die Zeit ist geflogen...
Natürlich wollte ich auch ein bisschen in Stoffläden stöbern und deshalb hier ein paar Infos:

Ich war auf der Suche nach einer passenden Ansteckblume für meinen Mantel, der leider immer noch nicht fertig ist, da ich nach der ersten Anprobe noch einige Änderungen vornehmen musste.
Schöne Knöpfe und Borten hatte ich bislang keine gefunden, nichts passte bisher so ganz zu meiner Vorstellung.
Ich werde deshalb wahrscheinlich selbst Knöpfe mit Stoff beziehen und nur die Blüte soll dem Mantel die besondere Note geben. Mit einem mitgebrachten Stoffstück meines Patrones-Mantels war ich deshalb in einigen Kurzwarenläden unterwegs- die witzigerweise fast alle nebeneinander in der Rua de Conceicao liegen.
Hier bin ich schliesslich fündig geworden: Mario Ramos-Rua de Conceicao 87-89, Retrosaria.
Eine sehr geduldige und nette Dame, die leider kein Englisch sprach- aber mit Gesten und Zeigen hat es geklappt!




Und in vielen Stoffläden habe ich wunderschöne Spitze gesehen. Sicher nicht nur, weil es im Moment en vogue ist, sondern portugiesische Frauen diese edlen Textilien gerne zu festlichen Anlässen tragen.

In der Rua do Ouro 260 bei Ouro Texteis gibt es neben Stoffen auch ein großes Sortiment an Kurzwaren. Ich hätte gerne selbst all die Stoffballen mit Spitze befühlt und durchsucht-das war leider nicht gerne gesehen und so wurden mir die Ballen auf Fingerzeig auf die Theke gelegt und ich wollte nicht unhöflich sein und alles sehen ;-) und habe mich dann für eine nudefarbene Spitze und einen wunderschönen Missoni-like-Strick entschieden.





Vom Spitzenfieber gepackt bin ich am nächsten Tag bei Casa Frazao in der Rua Augusta 265 direkt auf die Spitze zugelaufen- Tunnelblick. Und da durfte ich hinter die Theke- fatal...
1 Meter schwarze Spitze aus Baumwolle, schön breit mit Bogenkanten an beiden Seiten-wunderwunderschön.


Inspiriert wurde ich übrigens von Frabjous Couture- Marina von Koenig stellt einen selbstgenähten Rock aus Spitze vor und ihre detailreiche, ausführliche Beschreibung des Werdegangs ist so hilreich- ich werde es hoffentlich auf meine Figur passend ebenso gut hinbekommen...

Auch bei mytheresa sieht man momentan wunderschöne Einsatzmöglichkeiten für eine sehr frauliche Mode mit diesen edlen Textilien!
Für die nudefarbene Spitze schwebt mir ein Top vor und die schwarze Spitze sollte für einen etwas glockigeren Rock oder ein schmales kurzes Kleid reichen...

Und wer ein stilvolle Unterkunft in Lissabon sucht, hier ein Tipp:


Wir haben uns so wohlgefühlt- eine gastfreundliches Haus, in das wir gerne wieder zurückkehren!
Ein portugiesischer Palazzo mit traumhafter Innenausstattung- das Tüpfelchen auf dem i unserer Reise.





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Auf einer steinernen Bank im Castelo de Sao Jorge eingraviert- hoch über der Stadt liegend und mit herrlichem Blick auf das Häusermeer und den Tejo-  hat mich dieses Gedicht sehr angesprochen und berührt:

I say ‘Lisbon’
When I arrive from the south and cross the river
And the city opens up as if born from its name
It opens and rises in its nocturnal vastness
In its long shimmering of blue and of river
In its rugged body of hills – ...
Lisbon with its name of being and nonbeing
With its meanders of astonishment insomnia and shacks
And its secret theatre sparkle
Its masklike smile of intrigue and complicity
While the wide sea stretches westward
Lisbon swaying like a sailing ship
Lisbon cruelly built next to its own absence ...


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Sonntag, 16. März 2014

Boucle-Mantel Patrones 235 No 58 Vero Moda

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Bei meinem letzten Nähprojekt hatte ich während des Nähens immer mal wieder die DVD von Claire B. Shaeffer nebenbei laufen- ähnlich wirksam wie eine Nähmeditation - seitdem bin ich während des Nähens regelmäßig(er) am Bügelbrett und meine Lust auf eine selbstgenähten Jacke nach Chanel-Machart ist enorm gewachsen.

Boucle hätte ich auch- hier meine 3 Schätze. Der beige mit zarten Lurexfäden (links) ist von meinem Berlin-Aufenthalt, der dunklere (grau-rosa) ist schon ein paar Jahre alt und der helle Boucle rechts eine Neuerwerbung.


Ich hatte mir kürzlich Stoffproben aus der Wollweberei Nietzel schicken lassen- und dieser helle Boucle war das einzige Stoffstück, das mir zugesagt hat. Alles andere war nicht nach meinem Geschmack- leider.

Aber die Farbe und Struktur dieses Boucle gefallen mir sehr gut und ich habe mich trotz Chanel-Jacken-Virus für einen Mantel entschieden- ein Patrones-Modell mit Reverskragen und ganz wichtig, vertikaler Teilungsnaht. Seitliche Brustabnäher wollte ich möglichst vermeiden, das sieht bei Boucle nicht so schön aus...

Schnittmuster: Patrones 235 No. 58 Mantel von Vero Moda




Ich brauche einen Frühlingsmantel. Und ich werde wegen des leidigen Zeitproblems eine "normale" Verarbeitung anstreben. Das heisst nicht, dass ich bis jetzt schludrig war! Ich habe ein Probemodell genäht, Änderungen vorgenommen, alle Schnitteile einzeln zugeschnitten (um den Fadenlauf exakt hinzubekommen), alles notwendige mit Vlieseline verstärkt und alle Nahtlinien markiert.

Die Jacke,aufwendig und langwierig in der Verarbeitung, habe ich in den Herbst verlegt- im Moment brauche ich einfach ein paar Basics (weil ich ja nichts kaufe- ready to wear Fast - immer noch standhaft!!!) und die Jacke will ich ohne Zeitdruck genießen und freu mich schon drauf.




Die ersten Anproben des Mantels waren erfolgsversprechend- meine beiden Kleider mit vertikaler Teilungsnaht waren gute Übungen, um den Sitz über der Büste gut hinzubekommen.
Und wenn alles perfekt läuft, habe ich am Ende einen perfekt sitzenden Oberteilschnitt für die Jacke und kann im Herbst ohne Probemodell starten!




So, der Korpus steht und einen Ärmel habe ich schon mal eingeheftet. Morgen muss ich Schulterpolster und rosa Futter besorgen. Natürlich möchte ich auch chanelige Akzente setzen- aber jetzt geht es erst mal um den puren Mantel und die Passform- dann werde ich mir überlegen wieviel Borte wohinkommt...

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Sonntag, 9. März 2014

Ein wunderschöner Ball

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...wundgetanzte Füße und ein lustiger Abend mit dem Mann, ohne dessen Freundschaft und Liebe meine Welt nicht vorstellbar wäre.

Wieder Bilder eines Profis- ein Ballfotograf, die Aufnahmen sind sehr schön geworden.



Wie viele Hobbyschneiderinnen suche auch ich Inspiration in Modejournals, trendigen Modeshops und bei kreativen Modebloggern. Ein großes Repertoire an in den verschiedensten Shops erhältlicher Mode, die frau- je nach Geldbeutel und Stil- vorfindet.
Und trotzdem gehe ich den steinigen Weg des Selbernähens.

Ich denke, dass es für alle Hobbyschneiderinnen ein leichtes wäre, sich die eigene Mode ready-to-wear, also direkt von der Stange, zu kaufen. Niemand weiß so gut über die eigenen Problemzonen und Schwachstellen und selbstverständlich wissen wir auch um unsere starken Seiten. Wir wären also alle in der Lage- in allen Preislagen- das für uns passende zu finden. Vielleicht nicht maßgeschneidert, aber passabel tragbar.

Warum versuchen wir trotz dieser einfacheren Variante des Kaufens immer und immer wieder eine Mode zu nähen, die uns manchmal frustriert und unzufrieden bei nicht Erreichen des selbst gesteckten Ziels zurückwirft und uns eben bei Erreichen auch glückselig und dem Couture-Himmel nahe- schweben lässt?

Weil wir uns selbst als einzigartig wahrnehmen und diese Einzigartigkeit in unserem persönlichen Stil Ausdruck finden soll. Es ist eine hohe Kunst, der wir uns nähern wollen, eine Handfertigkeit, die uns stolz macht und bei befriedigendem Ergebnis ein Glücksgefühl hervorruft, das uns von allen unterscheidet, die ein breites Sortiment an Fertigem vorfinden.

Ein Hoch auf alle Hobbyschneiderinnen, deren Blogs zum Teil in meiner Augenschmauß-Liste auftauchen! Wir haben alle den gleichen Anspruch, die gleiche Motivation und die Liebe zum Hobby.
Kaufen kann jeder- wir können uns selbst in die tollsten Stoffe  und schwierigsten Schnitte verpacken. Nicht immer klappt es- aber es könnte ja jedesmal klappen- und das treibt uns an.


Danke an alle lieben Mails, die mein Kleid und die Umsetzung gelobt haben.
Euer Lob bedeutet mir sehr sehr viel. Sehr viel.
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Freitag, 7. März 2014

evening gown Burda 12/2004 #108





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...großes Kino





Das Kleid ist pünktlich fertig geworden und wie man auf dem ersten Bild unschwer erahnen kann- ich habe mich diesesmal für einen Profi hinter der Kamera entschieden.

So, was hat gut geklappt, was weniger gut?

gut:
  • fast keinen Schnitzer gemacht
  • der Reißverschluss saß bei ersten mal sofort milimetergenau
  • Innenleben sauber mit Schrägband verarbeitet
  • Rollsaum ohne großen Unfall gezaubert
  • der Rockteil ist ein Traum in Chiffon geworden (mein Mann hat in mühevoller Arbeit den Saum abgesteckt!)

weniger gut:
  • die Drapierung bekommt eine 2 bis 2minus- beim Anschauen der fertigen Bilder war ich nicht so 100% begeistert- da werde ich morgen nochmal einen kritischen Blick in den Spiegel werfen und eventuell ein paar Faltungen festnähen
  • die Armrundung in Brustnähe könnte besser anliegen


Hier sieht man das Taillenband, das den Reißverschluss entlastet- bei Frabjous couture entdeckt!




Das Innenleben: alles schön mit Schrägband aus der Futterseide eingefasst:






Ein wichtiges Detail: in der Schulternaht aufknöpbare Riegel für die BH-Träger:



Die Fotosession hat Spaß gemacht!
Ich bin keine klassische Schönheit und habe jahre, nein- jahrzehntelang mit Bildern von mir gehadert. 
Mein Blog hat mir da etwas die Scheu genommen und ich bin selbstbewusster geworden. Erst sollten die Bilder nur den Sitz der genähten Mode zeigen. Jetzt entdecke ich manchmal sehr schöne Seiten an mir. Und klar, es gibt auch Bilder, die eine sehr unangenehme Wirkung auf mich haben. Aber solange ein paar darunter sind, die mich ein wenig glücklich machen und ich das Gefühl habe, schön zu sein- solange werde ich sie zeigen...







Und was kommt jetzt unter die Nadel?
Mal sehen...


 


Samstag, 22. Februar 2014

evening gown-Ballrobe Burda 12/2004 #108

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Nachdem mein Ballkleid schon diverse Änderungen in der Ausführung erfahren hat, ist dies hier- der dritte Anlauf, bisher sehr erfolgsversprechend. Kein Bustierkleid, sondern ein drapiertes Oberteil und das Rockteil mit viel Stoff und schön fließend im Fall.
Mein Seidenchiffon, breiter als hier angegeben, hat gut gereicht. Wenn ich keinen Schnitzer mehr mache, reicht es im Nachhinein noch für ein Blüschen.
Den Schal lasse ich weg, Schnickschnack, ich hab ja meine langen schwarzen Handschuhe...




Vor ein paar Jahren hätten mich die zahlreichen Versuche bei der Bewältigung des trägerfreien Oberteils wirklich mürbe gemacht. Mittlerweile bin ich gelassener. Ich lerne ja auch immer wieder etwas dazu und letztendlich kommt es auf das Endresultat an- und so wie es bis jetzt aussieht, hat sich der Wechsel auf ein anderes Schnittmuster gelohnt.

Veränderung des Schnittmusters :
Mein Oberkörper ist kürzer als der Standard, also muss ich jedes Schnitteil entsprechend um 2cm kürzen.

Hier an der Skizze sieht man, wie ich hier dabei vorgegangen bin:



Normalerweise zieht man zwei Linien im Abstand von 2cm (waagerecht oberhalb der eingezeichneten Taille)  und klebt die Schnitteile nach Herausschneiden des Streifens wieder zusammen. Hier in der Skizze grün eingezeichnet.
Das war aufgrund der 2 Falten im linken Vorderteil nicht so einfach machbar.
Klar, ich hätte auch erst um 2cm reduzieren und dann nachträglich die Falten einzeichnen können.

Ich habe mich für eine 2. Methode entschieden: im rechten Winkel zur Schnittrichtung  habe ich eine (schräge, hier rot eingezeichnet) Linie gezogen, an der ich um 2cm reduziert habe. Und da alle Schnittteile im Armausschnitt identisch sind, habe ich alle Folien aufeinandergelegt und diese Linie auf alle Folien übertragen.
Vorteil: nicht nur der Oberkörper ist gekürzt, auch die schräge Drapierung liegt somit enger an. Burda-Schnitte sind da immer etwas freizügig...Den Brustpunkt habe ich durch diese Linie zum Glück nicht verändert



Das Probeoberteil aus Baumwolle ist aus 6 Teilen zugeschnitten: dem linken und rechten Vorderteil plus dem jeweils unterliegenden Futterteil plus 2 Rückenteile ohne Futter).




...und es sitzt für ein 1.!!! Probemodell ganz gut. Die Falten im Achselbereich  kann ich bei der Schrägbandeinfassung noch etwas regulieren/berücksichtigen. Hier habe ich außerdem ohne Nahtzugabe zugeschnitten- beim Original habe ich noch etwas Spielraum.

Und langsam muss ich mich sputen. Dieses Wochenende muss das Oberteil fertig werden und ich liege gut in der Zeit...
Vorderteile sind mit Futterteil unterlegt und aufeinandergeheftet, Schulternähte sind gesteppt, jetzt werden die Armausschnitte mit Schrägband eingefasst und die Seitennähte geschlossen.


 To be continued...

Samstag, 15. Februar 2014

RTW-Fast #2 und #3- Vogue 8828




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...heute wie versprochen meine 2 Versionen des Vogue-Schnittes 8828



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Mein erstes Kleid hat einen schmalen Rock und 3/4-Ärmel.
Bestellt hatte ich mir 2 Rapporte a 80cm einer edlen Mischung im Reich der Stoffe, die Verlaufsfärbung rosa-grau-mauve fand ich ganz passend, weil mir nur rose "too much" gewesen wäre.
Der Stoff ist relativ weich und nicht sehr kompakt gewebt- das Kleid ist deshalb passend rosafarben gefüttert.

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Änderungen:
die Schulter war viiiel zu breit- hier habe ich fast 3 cm weggenommen, diese 3cm habe ich an der Armkugel wieder zugegeben. Außerdem habe ich den Rock noch ein ganzes Stück enger genäht. Insgesamt fällt der Schnitt schon sehr groß aus. Die Oberteile sind zwar in verschiedenen Cup-Größen aufgedruckt- die BH-Cupgröße hat hier aber auf keine Fall gestimmt. Ich würde wirklich dringend zu einem Probemodell raten, um den perfekten Sitz hinzubekommen.
Das Oberteil ist oberhalb der Taille um 2cm gekürzt.
Während des Nähens hatte ich die DVD von Claire Shaeffer zur Chanel-Jacke laufen- und so kam die Idee, die Klappentaschen mit einer Fransenkante einzufassen. Passende Knöpfe hatte ich auch gekauft- aber weggelassen, weil mir diese Überladung dann doch nicht gefallen hat.
Lieber ein bisschen tiefstapeln.


Und ich liebe Stiefel.
Alles, was mit Pumps zu madamig wirken würde, kann mit Stiefeln peppig und frech wirken.
Hier sind es graue, relativ flache Stiefel von Strenesse- im Sale zu einem annehmbaren Preis erstanden. Und grau passt auch im Frühjahr zu den angesagten, pastelligen Tönen.

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Die 2. Option ist aus einem dünneren, grauen Wollgarbadine mit geringem Elasthananteil aus meinem Fundus entstanden. Die Ärmel sind hier kürzer und der Rock ist schön weit. 
Ich liebe dieses Kleid- das Ergebnis aus Schnitt und einfachem Stoff finde ich absolut gelungen. Das war wirklich eine Überraschung bei der ersten Anprobe...
Ein Basic-Teil für viele Jahre. Auch komplett abgefüttert.
Hier habe ich grau-braune Stiefel von Pura Lopez gewählt- der hohe Absatz macht das Kleid noch ein bisschen frecher. Und mit einer wollweißen Ledertasche sind diese erdig-pastelligen Töne genau nach meinem Geschmack.

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Ready-to-wear-Fast- also 2014 nur genähte und keine gekaufte Mode. Diese beiden Kleider sind Modelle 2 und 3. Angeregt von Goodbye Valentino bin ich weiterhin dabei und es steht noch einiges auf meiner "to sew-Liste" dieses Jahr...


Und mein Abendkleid nimmt Form an! Das Probemodell hat mich richtig happy gemacht- es passt und sieht klasse aus! Heute habe ich meterweise Chiffon für das Kleid zugeschnitten. Morgen kommt das Futter unter die Schere. Und vielleicht kann ich dann schon mit dem Oberteil beginnen.
Mehr zum Schnitt und zum Procedere im nächsten Post... 

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...und sorry für die zu dunklen und nicht so superscharfen Bilder. Einen Moment zu erwischen, an dem es hell genug ist und ich gerade Zeit und Muße für Aufnahmen habe, ist nicht so einfach. Zumindest mein kleines neues Stativ habe ich benutzt- aber mit künstlichem Licht hatte ich blöderweise Schatten ...ich gelobe Besserung!

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